05.05.2017

Staatssekretär gibt Schülern klare Antworten

Interview: Jugendliche interessieren sich vor allem für Zukunft Europas / Fuchtel auch zur Flüchtlingspolitik befragt

Staatssekretär gibt Schülern klare AntwortenInterview mit dem Smartphone (von links) Jonas Schanz aus Neuweiler, Lukas Halder aus Breitenberg und Sven Frey aus Ettmannsweiler mit dem Parlamentarische Staatssekretär und CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel.

Altensteig. Als die Jungs die Einladung zur Sprechstunde im Schwarzwälder Boten entdeckten, stand für die Altensteiger Realschüler fest: Ein Politiker mit Bürgernähe, das ist der richtige Interviewpartner für unsere Abschlussarbeit in Geschichte!

Schon wenige Tage später machten sich Sven Frey, Lukas Halder und Jonas Schanz auf den Weg zur Fragerunde im Nagolder Rathaus mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel. Und sie waren vorbereitet, sehr gut vorbereitet, die jungen Männer aus Breitenberg, Neuweiler und Ettmannsweiler. Wächst Europa überhaupt zusammen, wollten die 15- und 16-jährigen von dem erfahrenen Bundestagsabgeordneten ebenso wissen, wie sie auch eine Antwort auf ihre Frage erwarteten, wie es mit der Flüchtlingshilfe weitergeht. Schließlich sollte Fuchtel noch die Rolle des türkischen Präsidenten werten. 

Hans-Joachim Fuchtel hatte nicht nur sichtlich Spaß daran, den jungen Leuten all jene Fragen zu beantworten, die diesen auf den Nägeln brannten. „Es stimmt mich außerdem hoffnungsfroh, wenn sich junge Menschen derart engagiert mit den politischen Fragestellungen unserer Zeit auseinandersetzen“, lobte er sie später noch mal extra für diesen Einsatz. Auch er habe in jungen Jahren als Schülersprecher begonnen, sich für Politik zu interessieren.

„Es gibt keine Alternative zur Europäischen Union“, machte Fuchtel im Interview deutlich, denn die Menschheit wachse nun mal immer schneller zusammen. Deshalb sei es wichtig, dass Europa eine starke Einheit bilde, um auf die Herausforderungen dieser Zeit reagieren zu können.

Er könne sich noch gut an seine Jugend erinnern, blickte Fuchtel zurück, als man eben nicht auf die Schnelle ins Elsass reisen konnte. Da musste Geld bei der Bank umgetauscht werden und der Hund der Familie zuhause bleiben. Gerade die Jugend profitiere heute von den offenen Grenzen, der gemeinsamen Währung sowie den beruflichen oder kulturellen Möglichkeiten. Sportliche Großereignisse würden genau dieses Gemeinschaftserlebnis verkörpern, das die Mehrheit der Europäer dank freiem Handel und der Freizügigkeit, sich innerhalb der EU-Staaten ohne Grenzkontrollen bewegen zu können, im Prinzip gar nicht mehr missen wollten.

Allein auf die Briten kämen durch den Brexit empfindliche wirtschaftliche wie gesellschaftliche Probleme zu, prognostizierte der CDU-Politiker. Die weitere Annäherung der Türkei an die Europäische Union setze voraus, dass die Türkei selbst die elementaren, demokratischen Prinzipien wie sie in Europa praktiziert werden, anwende. Erdogan sei derzeit nicht auf diesem Weg.

Fuchtel machte aber auch deutlich, dass in Europa manches noch überdacht werden müsse. Europa selbst habe an sich zu arbeiten, „dass es in seiner Administration nicht zu kopflastig wird!“

Als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstütze er eine Flüchtlingspolitik, die sich für Lösungen vor Ort stark macht, sagte der Unionspolitiker. Nur wenn in den Heimatländern der Flüchtlinge viel mehr produktive Wertschöpfung im wirtschaftlichen Bereich erreicht werde, habe auch deren Jugend die notwendigen Entwicklungschancen vor Ort. „Hier liegt eine Riesenaufgabe vor uns“, machte Fuchtel deutlich.

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