22.06.2017

Damit der Mittelstand Leistungsträger bleibt

Wirtschaft: Fuchtel bei Wackenhut / Ausbildungsquote bei 21 Prozent / Kanzlerin gibt Bildung und Forschung hohe Priorität

Damit der Mittelstand Leistungsträger bleibtDie Förderung des Mittelstands stand im Mittelpunkt des Gesprächs zwischen (von links): Geschäftsführer Ernst-Jürgen Wackenhut, dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Geschäftsführer Ernst-Jürgen Wackenhut senior in Nagold.

Nagold. Der Mittelstand muss in den kommenden Jahren hohe Investitionen tätigen, um die enormen Herausforderungen zu meistern. Das betonten Ernst-Jürgen Wackenhut senior und dessen Sohn Ernst-Jürgen Wackenhut bei einem Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel im Stammhaus der Firma Wackenhut in Nagold.

Der Mittelstand nehme nicht nur im Bereich der Ausbildung junger Menschen eine Vorbildfunktion ein, sondern sei auch sehr innovativ. Die beiden Geschäftsführer befürchten allerdings, dass auf viele mittelständische Betriebe, die in die nächsten Generationen überführt werden sollen, zu hohe Belastungen zukommen könnten. Das schwäche die Investitionsmöglichkeiten in Aus- und Weiterbildung sowie in Innovationen, gab Seniorchef Ernst-Jürgen Wackenhut dem direkt gewählten CDU-Bundestagsabgeordneten als Zukunftsaufgabe mit auf den Weg.

Man müsse deshalb die Wettbewerbsfähigkeit besonders im Blick haben. Auch künftig werde gelten, dass das Allokationsproblem – also die Frage, wie knappe Güter verwendet werden, damit ein effizientes Ergebnis erzielt wird – durch verantwortungsbewusst handelnde, mittelständische Unternehmen sicher am optimalsten gelöst wird.

Bildung und Forschung habe die Bundesregierung von Kanzlerin Angela Merkel höchste Priorität gegeben, erläuterte der CDU-Politiker. Nicht umsonst seien hierfür im Haushalt des Bundes aktuell 14 Milliarden Euro bereitgestellt worden. Das sei der richtige Weg, denn es sei bereits „deutlich sichtbar, dass richtig Positives auf dem Gebiet geschieht.“ Fuchtel: „Wir werden Weiteres für den Mittelstand tun, weil wir ihn als Rückgrat der Wirtschaft sehen.“

Es werden nicht nur 80 Prozent aller Investitionen in der Bundesrepublik von mittelständischen Unternehmen vorgenommen, so der Abgeordnete. Auch zeichne sich der Mittelstand durch die Ausbildung junger Menschen aus.

Neun von zehn Auszubildenden lernen im Mittelstand, zitierte Ernst-Jürgen Wackenhut senior aus einer Studie der KfW Bankengruppe von 2016. Unter den 455 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Wackenhut-Standorten in Baden-Baden, Calw, Gaggenau, Herrenberg, Nagold und Rastatt werden aktuell 95 Auszubildende gezählt. Das entspricht einer Ausbildungsquote von 21 Prozent. Der Wackenhut-Belegschaft gehören 100 weibliche und 355 männliche Beschäftigte an.

Jährlich verkauft das Unternehmen 5.214 Fahrzeuge. Die gute Bilanz sei „auf die vielfältigen Aktivitäten“ in allen Geschäftsfeldern zurückzuführen. 280 Fahrzeugdurchläufe verzeichnet die Firma Wackenhut in ihren Werkstätten im Schnitt pro Tag. Das sind rund 70.560 Fahrzeuge jährlich.

In den Augen von Ernst-Jürgen Wackenhut sollte weiterhin verstärkt in die Digitalisierung investiert werden, denn der technische Fortschritt sei enorm schnelllebig. Innovationen entstünden in erster Linie im Mittelstand, weshalb es immens wichtig sei, den Unternehmen die größtmögliche Unterstützung durch technische Ausstattung zu ermöglichen.

Eigens für den Breitband-Ausbau habe der Bund ein milliardenschweres Programm aufgelegt, informierte Fuchtel. Ziel sei, damit den Ausbau des DSL-Netzes stark zu forcieren: „Gerade für den ländlichen Raum ist das für die Zukunft extrem wichtig. Hier besteht ein direkter Zusammenhang!“ Bis 2018 soll es auf der Landkarte keine weißen Flecken mehr geben.

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