08.07.2017

Am liebsten wäre der Minister geblieben

Besuch unter Freunden: Im Sophi-Park fühlt sich Gerd Müller wohl / Marshallplan trägt auch Fuchtels Handschrift

Bad Liebenzell: Am liebsten wäre Dr. Gerd Müller noch länger geblieben. Darum schrieb der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch die Sätze „Hier im Sophi-Park möchte ich bleiben. Ihr Gerd Müller zu Besuch bei meinem Freund H. J. Fuchtel“ ins Gästebuch.

Doch schließlich hatte der prominente CSU-Politiker bei der Liebenzeller Mission noch das Versprechen einzulösen, sich mit den Akteuren in der Entwicklungs-Zusammenarbeit über Afrika auszutauschen. Also trennte er sich schweren Herzens nach einer guten halben Stunde wieder von diesem neuen, philosophischen Ort, zu dem ihn Initiatorin und Schriftstellerin Ines Veith zwischen seinen offiziellen Terminen zwischen Böblinger Landratsamt und Liebenzeller Mission gemeinsam mit Bürgermeister Dietmar Fischer geführt hatte.

Aber Gerd Müller, der auf Einladung seines Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel als erster Bundesminister den Sophi-Park auf sich wirken ließ, will ja ein drittes Mal wiederkommen, wie er beteuerte. Vielleicht hat er dann noch ein bisschen mehr Zeit, um sich auf die 100 Weisheiten namhafter Philosophen, Dichter und Denker näher einzulassen.

Im Forum der Liebenzeller Mission bat er später alle Akteure in der Entwicklungs-Zusammenarbeit aus dem Nordschwarzwald darum, in ihren Bemühungen um eine faire Welt nicht nachzulassen. Der Einsatz für Schwache sei ein Gebot christlicher Nächstenliebe, denn jeder Mensch habe das Recht auf ein würdiges Leben. Den Schwerpunkt seiner Rede stellte der Minister unter die Überschrift „Quo vadis Afrika?“ Was auf diesem Kontinent passiere, „kann uns nicht egal sein“, betonte Müller.

Ausdrücklich wies er darauf hin, dass sein „Marshallplan mit Afrika“ auch die Handschrift des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel trage, der ihn in den Zielen zur Entwicklungspolitik nachhaltig unterstütze. Unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel sei der Entwicklungshilfe-Etat verdoppelt worden. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) investiere vor allem in Bildung, Hilfe zur Selbsthilfe, wirkungsvolle Energiekonzepte und habe Korruption sowie Menschenrechtsverletzungen den Kampf angesagt.

„Wir müssen Brücken zwischen Europa und dem afrikanischen Kontinent bauen“, sagte Müller, „und wir brauchen ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz.“ Das bedeute nicht, den afrikanischen Ländern die besten Kräfte zu entziehen. Im Gegenteil: Durch die Rohstoffe dieses Kontinents hätten es die Industrieländer zu Wohlstand gebracht. Jetzt sei es an der Zeit, etwas davon in Form von Wissenstransfer zurückzugeben.

Nur durch Bildung und wirtschaftlichen Aufbau hätten junge Afrikaner Perspektiven in ihrem eigenen Land und seien schon gar nicht gezwungen, ihrer Heimat den Rücken zu kehren. „Wir sind die erste Generation, die die Probleme lösen kann“, unterstrich Müller, denn „eine Welt ohne Hunger ist möglich!“

fusophi

  

Am Ort der 100 Weisheiten (von links): Bürgermeister Dietmar Fischer, Bundesminister Dr. Gerd Müller, Initiatorin Ines Veith und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel im Sophi-Park von Bad Liebenzell.

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