10.08.2017

Geschichte erlebbar gemacht

Politik vor Ort: Staatssekretär Fuchtel im Gespräch mit Gerhard Treichel / Der Buchautor aus dem Erzgebirge

Geschichte erlebbar gemacht Macht Geschichte erlebbar: Romanautor Gerhard Treichel (rechts) mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in Beinberg.

Bad Liebenzell-Beinberg. Als Buchautor ist es Gerhard Treichel gewohnt, spannende Geschichten zu erzählen. Weil er dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel eine besondere Lebensgeschichte näherbringen wollte, lud er den Bundestagsabgeordneten zu sich nach Beinberg ein.

 Und der nahm sich auch Zeit, um sich die Situation eines afghanischen Flüchtlings anzuhören. Der Schriftsteller aus dem Erzgebirge, der im Schwarzwald seine zweite Heimat gefunden hat, betreut seit einem Jahr dessen Familie. Deren Zukunft ist noch ungewiss, weil erst die Gerichte darüber entscheiden müssen, ob sie ein Bleiberecht in Deutschland haben oder ob sie zurück nach Afghanistan müssen. „Es ist der Vorteil unseres Rechtsstaats“, sagte der Parlamentarier, „dass die Schicksale von Flüchtlingen individuell geprüft werden.“ Darauf könne und dürfe die Politik keinen Einfluss nehmen.

Das Asylrecht sei in der Vergangenheit leider des Öfteren missbraucht worden, weshalb man seitens der Justiz jetzt noch viel intensiver hinschaue, recherchiere und dann entscheide. Denn „wir können nicht alle Menschen aufnehmen, die zu uns kommen.“

Er habe Verständnis für Menschen aus anderen Kulturen, die in Deutschland auf ein besseres Leben hoffen. Gleichwohl sei er auch der Meinung, dass man den Menschen hierzulande nur so lange helfen könne, wie sie ein Bleiberecht hätten. Wessen Asylantrag abgelehnt werde, der müsse konsequent zurück in die Heimat geschickt werden, wenn es die Situation des Herkunftslands zulasse. Zusätzlich müsse berücksichtigt werden, ob man in bestimmten Fällen Zusagen bezüglich der Durchführung einer Ausbildung gemacht habe.

„Es ist wirklich lobenswert, dass Sie als Bürger einen positiven Beitrag leisten“, betonte Fuchtel, „und sich zugunsten einer Familie in die Flüchtlingshilfe einbringen.“ Das werfe nicht nur ein positives Licht auf die deutsche Nation, sondern wirke in die ganze Welt hinaus.

Für den CDU-Politiker gab es aber noch einen zweiten Grund, warum er Gerhard Treichel in seiner Wohnung in Beinberg besuchte. „Geschichte muss erlebbar sein“, sagte Fuchtel. Das verwirkliche der Autor mit seinen Werken auf eindrucksvolle Weise, wenn er über Flucht und den Drang nach Freiheit schreibe.

Schließlich entdeckten der Abgeordnete und der Buchautor noch eine Parallele im Leben. Hans-Joachim Fuchtels Mutter stammte aus der Nähe von Chemnitz – also aus jener Region in Ostdeutschland, in der auch der Autor historischer Romane aufgewachsen ist, bis er nach der Wende nach eigenen Worten „Luft zum Atmen brauchte“ und in den Schwarzwald zog.

 


 

Nähere Informationen zu Gerhard Treichel und seinen Büchern finden sich im Internet unter: www.gerhard-treichel.de

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