11.10.2017

Botschafterin schlägt Brücke zu Indien

Diplomatenbesuch: Mukta Dutta Tomar möchte Gespräche mit Schömberg vertiefen / Fuchtel empfiehlt Basiskonzept

Botschafterin schlägt Brücke zu Indien Eintrag ins goldene Buch von Schömberg (stehend von links): Karl-Heinz Bertsch, Joachim Zillinger, Stefanie Dickgiesser, Staatssekretär Hans- Joachim Fuchtel, Christoph Eck, Bürgermeister Matthias Leyn und sitzend Botschafterin Mukta Dutta Tomar. Foto: k-w

Schömberg. Kaum im Amt machte sich auch die neue Botschafterin der Republik Indien von Berlin aus auf den Weg nach Schömberg. Mukta Dutta Tomar war freilich nicht die erste ranghohe Diplomatin, die im Wahlkreis des CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel das Ehrengrab von Nitindra Nuth Gunguly besuchte.

„Nitu“ war der einzige Enkel des berühmten bengalischen Philosophen und Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore, der in Indien bis heute hoch verehrt wird. Der 21-jährige Student starb 1932 in Schömberg, nachdem ihm die Fachärzte im Nordschwarzwald nicht mehr helfen konnten. Seine Tuberkulose-Erkrankung war schon zu weit fortgeschritten.

Das oft tödlich verlaufende Krankheitsbild Tuberkulose sei noch immer in Indien verbreitet, bedauerte Mukta Dutta Tomar. Umso mehr zeigte sie Interesse an weiteren, vertiefenden Gesprächen sowohl auf medizinischem als auch auf touristischem Gebiet. In Indien seien beispielsweise Gesundheitspakete mehr und mehr gefragt, betonte die Diplomatin bei einem Arbeitsessen im Kurhaus-Restaurant.

Bürgermeister Matthias Leyn, CDU-Vorsitzender Christoph Eck und Stefanie Dickgiesser als Leiterin Touristik und Kur fanden in der Botschafterin eine sehr wissbegierige Repräsentantin ihres Landes, die sich im Speziellen sogar für das deutsche Reha-Wesen und die wirtschaftliche Entwicklung Schömbergs interessierte.

Die gute Schwarzwaldluft sei die eine Komponente, machte der stellvertretende Bürgermeister Joachim Zillinger dabei deutlich, die hervorragende medizinische Arbeit der fünf Gesundheitszentren in der Gemeinde ein weiterer wichtiger Aspekt. Dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel dankte Zillinger ausdrücklich, weil dieser sich für Schömberg immer wieder sehr intensiv einsetze und solche hochrangigen Gäste mit in die Gemeinde bringe.

Hans-Joachim Fuchtel, der Indien unter anderem von seiner Arbeit als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bestens kennt, riet den Schömbergern, als Basis für weitere Gespräche ein touristisches Konzept zu erarbeiten, in dem auch das Wirken des Schriftstellers Hermann Hesse verankert werden sollte. Karl-Heinz Bertsch und Dieter Wiedenmann konnten als Vertreter des Heimat- und Geschichtsvereins mit einem Blick in die Historie der Kurgemeinde dienen.  

Nach einem Rundgang durch den Ort trug sich Ihre Exzellenz zum Abschluss ihres Besuchs noch ins goldene Buch der Gemeinde ein. Dabei dokumentierte sie im Rathaus die Verbundenheit des indischen Volkes mit dem „wunderschönen Schömberg“, in das sie nach eigenen Worten gerne nochmal wiederkommen wolle.  [Druckversion]