08.11.2017

In Mongolei als Energieexperte gefragt

Entwicklungspolitik: Klaus Schnepf mit Hans-Joachim Fuchtel in Zentralasien / Potenzial kommunaler Partnerschaften erweiterbar

In Mongolei als Energieexperte gefragt Der Nagolder Unternehmer Klaus Schnepf und der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel bei ihrer Wirtschaftsreise in der Mongolei. Foto: BMG/Jochen Zick (action press)

Nagold. Wenn Klaus Schnepf an die Mongolei denkt, dann „komme ich aus dem Staunen nicht heraus.“ So viel „ehrliche Begeisterung für unser Deutschland“ sei ihm noch nirgendwo begegnet. Und der Nagolder Unternehmer kommt viel rum auf dieser Welt.

Als es die Chance gab, den CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BGMZ), im Rahmen einer entwicklungspolitischen Reise in das zentralasiatische Land zu begleiten, da zögerte der global erfahrene Energieexperte vom Nagolder Wolfsberg nicht lange. „Schließlich waren mir weder das mongolische Plateau noch die dortige Energiesituation bekannt“, sagt Schnepf. Doch kaum sah er sich als Teilnehmer der Delegation im Landeanflug auf Ulaanbaatar, da fragte er sich angesichts einer öden Landschaft und extrem mit Schadstoffen belasteter Luft schon: „Was kann man hier schnell und effektiv eigentlich bewirken? Wo setzt man an?“

Wenige Stunden später revidierte der Unternehmer seine Meinung „radikal“, wie er sagt, denn mit so einer Freundlichkeit und Wärme sei er noch nie empfangen worden. „Ich bin begeistert von der ungeheuren Dynamik, die mir dort begegnet ist.“ 30 perfekt Deutsch sprechende Mongolen, allesamt Absolventen deutscher Universitäten, „haben uns freundlichst empfangen und über die Situation in der Mongolei informiert.“ Später begleiteten sie die Wirtschaftsvertreter und kommunalen Entscheidungsträger zu einem Getränkehersteller, der mit deutscher Technik Bier braut, einer Großbank und zur deutschen Botschaft, die anlässlich der 25 Jahre währenden deutsch-mongolischen Entwicklungszusammenarbeit einen Empfang gab.

Anderntags fand sich die 51-köpfige Expertendelegation im Regierungspalast wieder, um einen lebhaften Dialog mit Politik und Wirtschaft zu führen. Schnepf fühlte sich nicht nur deshalb sehr wohl in dieser Runde, weil die Kommunikation komplett in deutscher Sprache ablief, sondern auch, weil erneut ein Loblied auf seine Heimat gesungen wurde.

Ein Teil der drei Millionen Mongolen wohnt nach wie vor in Jurgen. Das sind große, runde Nomadenzelte aus Filz, die sie auch vor den Toren der Hauptstadt aufschlagen und deren Mittelpunkt große Öfen sind, in denen alles ins Feuer geworfen werde, was irgendwie zum Brennen tauge. Dadurch entstehe eine starke Rauchentwicklung, die wie eine Glocke über der Stadt schwebe und erheblich zur Luftbelastung beitrage. Schwere Krankheiten seien die Folge. „Als deutscher Energieexperte war ich in der von Smog geplagten Hauptstadt natürlich ein gefragter Mann“, berichtet Schnepf, zumal zwei große Kraftwerke in Ulaanbaatar mit Kohle betrieben werden, „deren sichere Funktion mehr als zu wünschen übriglässt.“

Als einige junge Gesprächsteilnehmer signalisierten, dass sie gerne ein Praktikum in Deutschland absolvieren würden, sagte Schnepf spontan zu. Hilfe zur Selbsthilfe, auch über Ausbildungsplätze in Deutschland, sei das, was die Mongolen auf ihrem Weg in eine demokratische Gesellschaft bräuchten.

Das unterstrich Hans-Joachim Fuchtel, der sich im Rahmen seines umfangreichen Gesamtprogramms auch mit Studierenden und Lehrenden an der Deutsch-Mongolischen Hochschule für Technologie und Rohstoffe sowie jungen Auszubildenden traf. In seinen politischen Gesprächen war das Potenzial von kommunalen Partnerschaften ein wichtiges Thema. „Deutsche Kommunen haben das Know-how, das die Städte und Gemeinden in der Mongolei brauchen", so der CDU-Politiker, „deshalb soll die erfolgreiche Kooperation deutscher und mongolischer Kommunen ausgebaut werden.“

Dabei brachte er seine Wertschätzung gegenüber einem Land zum Ausdruck, „dass trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten und angespannter Haushaltslage konsequent einen demokratischen Entwicklungsweg verfolgt.“ 

[Druckversion]