25.06.2015

Gute Idee an den Start gebracht

Bedarf für Hilfestellung bei Burn-out vorhanden

Gute Idee an den Start gebracht Engagieren sich unter anderem für die gemeinnützige „Initiative Burn-out Nordschwarzwald“ (von links): Ute Steinheber, Barbara Limberg, Claus Bannert, Vorsitzender Dr. Günther Limberg, Roswitha Keppler, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel als Ideengeber, Andrea Scheidtweiler, Harald Brandl und Michael Laschinger.

 

Calw / Freudenstadt. Ob Akademiker, Handwerker oder Hausfrau: Burnout kann jeden treffen. Dass ein großer Bedarf für Hilfestellung besteht, bewies die Gründung der gemeinnützigen „Initiative Burn-out Nordschwarzwald“ (ibo) in Calw.

 „Der Ideengeber hat recht behalten“, stellte AOK-Pressesprecher Harald Brandl mit Blick auf die große Teilnehmerzahl im Würzbacher Bauerntheater fest, wo die Basis für das erste Burnout-Café der Region geschaffen wurde. Das werde auch jungen Menschen helfen, denn das Krankheitsbild nehme sogar unter Kindern und Jugendlichen fatal zu. Wenngleich es sich bei Burnout um „kein Lobbythema handle“, so Brandl, habe der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel die Initiative nachhaltig vorangetrieben.

Mittlerweile beteiligen sich bereits viele Ärzte, Therapeuten, Krankenkassen, aber auch Unternehmen, Gewerkschaften und Kommunen daran. Zu den Unterstützern zählen ebenso die beiden Landkreise Calw und Freudenstadt. Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Sponsorengeldern.

Er sei vor allem während seines Bundestagswahlkampfes mit dem Thema konfrontiert worden, sagte Fuchtel. „Nun ist es uns gelungen“, betonte der Politiker „dass wir uns der Problematik in unserer Region viel intensiver annehmen können.“ In Deutschland eilten die Gründungsmitglieder mit der Initiative weit voran, sei ihm von vielen Seiten bestätigt worden. Auch werde die „Initiative Burn-out“ in den Betrieben für Aufmerksamkeit sorgen, denn Gesundheitsmanagement sei ein entscheidendes Qualitätskriterium.

Vorsitzender Dr. Günther Limberg ist ebenfalls der Meinung, dass die Burnout-Initiative zu neuen Erkenntnissen in der Wirtschaft beitragen wird. „Wir müssen außerdem manchen Arbeitgebern klar machen, dass ein patriarchischer Führungsstil der Vergangenheit angehört.“ Ein modern aufgestelltes Unternehmen gebe seinen Mitarbeitern Raum für Entfaltung. Das sei vor dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel der richtige Weg. Entsprechend hat die Initiative Führungskräfte in ihren Beirat berufen.

Nach dem Erfahrungsbericht einer von Burnout betroffenen Buchautorin, betonte Dr. Peter Krauss-Hoffmann vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dass mit der Vereinsgründung ein wichtiger Impuls gesetzt worden sei. Seit der Jahrtausendwende habe sich in Deutschland die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wegen psychischer Belastungen verdoppelt. Deshalb „muss man Netzwerke dieser Art aufbauen“, so der Arbeitswissenschaftler. Die Gesellschaft könne sich vor dem zunehmenden Fachkräftemangel eigentlich keine Ruheständler, die mit Mitte 40 psychisch erkrankten, leisten. Die Bundesregierung habe deshalb ein Präventionsgesetz auf den Weg gebracht, das die Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ ergänze.

Durch das Engagement des Wahlkreis-Abgeordneten Hans-Joachim Fuchtel sei eine weitere „gute Idee an den Start gebracht“ worden, die auch auf Bundesebene Beachtung und Unterstützung erfahre.

 


 

Der Vorstand der „Initiative Burn-out“

Calw / Freudenstadt. Wie erwartet haben die 24 Gründungsmitglieder der gemeinnützigen „Initiative Burn-out“ den Calmbacher Facharzt Dr. Günther Limberg einstimmig zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Auch die anderen Vorstandsämter wurden ohne Gegenstimmen besetzt. Claus Bannert (Geschäftsführer AOK-Kliniken) und Kreishandwerksmeisterin Roswitha Keppler sind seine Stellvertreter. Schriftführer ist Harald Brandl. In den Ausschuss wurden berufen: Karl-Heinz Dengler, Elke Franz (Geschäftsführerin Klinikverbund Südwest), Michael Laschinger (Kreissparkasse Freudenstadt), Barbara Limberg und Ute Steinheber. Ein Kassierer muss noch gefunden werden, während die Kassenprüfer mit Hans-Peter Marterer (Volksbank Calw) und Ewald Züfle (Kreissparkasse Freudenstadt) schon gewählt wurden.

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